Vorsicht Lebensschützer_innen!

Abtreibungsgegner_innen treten verstärkt in die Öffentlichkeit. Mit derVeranstaltung soll dies zum Anlass genommen werden, uns eingehend mit der Szene zu beschäftigen, die sich selbst zynisch “Lebensschützer_innen” nennt. Ihre wichtigsten Gruppen, Netzwerke, Publikationen und Aktionen sollen vorgestellt werden. Personelle Überschneidungen mit der extremen Rechten sind bei den “Lebensschützer_innen” nicht selten, völkischer Nationalismus und Antisemitismus in ihrer Agitation kein Zufall. Der Vortrag widmet sich daher den Ideologien der Abtreibungsgegner_innen, ihrem Antifeminismus und ihrer Homophie genauso wie den Geschlechter- und Menschenbilder der (extremen) Rechten überhaupt.

Robert Andreasch arbeitet als Journalist über die extreme Rechte in Süddeutschland. Seine Beiträge erscheinen in bekannten Medien wie Bayern 5 Radio oder der Taz und in antifaschistischen Medien wie “Der rechte Rand” oder dem “AIB” gleichermaßen.

Lesetipp:

Die etwas ältere Broschüre “Vorsicht ‚Lebensschützer‘. Abtreibung in Gefahr?” enthält einen längeren Artikel von Robert Andreasch zur Ideologie der Abtreibungsgegner (“Katholischer Bischof marschiert mit Rechtsterroristen”). Kostenloser download unter Broschüre

Vortrag von Robert Andreasch 28.04. – 19.30 Uhr – Rosa Hilfe

My Body my Choice – immer noch nicht!

Wie sieht es in einer Gesellschaft, in der eine Eva Hermann das neue, alte Mutterideal predigt und ein Thilo Sarazzin mit seiner Offenbarung „Deutschland schafft sich ab“ die Bestsellerlisten erobert, mit der weiblichen Selbstbestimmung aus? Gibt es in Deutschland überhaupt noch eine lebendige Debatte über Schwangerschaftsabbrüche jenseits der Lebensschützer_innen?

Wer genau hinsieht wird merken, dass in einer Gesellschaft in der das
Schreckensgespenst des demographischen Untergangs kursiert und Frauen, welche sich freiwillig für einen Abbruch entscheiden haben mittels „Post-Abortion-Syndrom“ pathologisiert werden, eine feministische Intervention unabdinglich ist. Recht auf Abtreibung ist und bleibt eine feministische Grundforderung und auch heute noch ein umkämpftes Thema!

Vortrag von Leonie Kapfer 26.04. – 19.30 Uhr – KTS Freiburg

Vorankündigung: Gegenveranstaltungen zur Anti-Abtreibungshetze

Für den 29. April planen die Piusbruderschaft und ihre AnhängerInnen ihre übliche Hetzdemonstration gegen Abtreibungen. Zu diesem Anlass wird es am 28. April einen Vortrag von Robert Andreasch mit dem Titel „Vorsicht Lebensschützer_innen!“ geben. Thema des Vortrages ist der Kampf um ein Recht auf Abtreibung in Deutschland, sowie Aufklärung über die krude Ideologie der Lebensschutz-Szene. Am 26. April wird Leonie Kapfer einen Hintergrundvortrag zum Schwangerschaftsabbruch mit dem Titel „My body my Choice – immer noch nicht!“ halten; außerdem wird es einen Vortrag zu den lokalen Aktivitäten der Lebensschützer_innenszene geben. Informationen auch auf antisexismusgruppe.blogsport.de

My Body my Choice – immer noch nicht! | Vortrag von Leonie Kapfer Ankündigungstext
26.04. | 19.30 Uhr | KTS; Baslerstr. 103

Vorsicht Lebensschützer_innen! | Vortrag von Robert Andreasch Ankündigungstext
28.04. | 19.30 Uhr | Rosa Hilfe; Adlerstr. 12 (Grether Ost)

Piusbrüdern entgegentreten!
29.04. | 17 Uhr | Vor Pro Familia (Humboldtstraße)

Die Pius-Brüder und der CSD

Spiegel-TV-Video vom 2.8.2010

Proteste begleiten Aufmarsch der Piusbrüder in Freiburg

Am Freitag, den 26. März 2010, marschierten die antisemitischen, rechtskonservativen und antiemanzipatorischen Piusbrüder in Freiburg
auf. Rund 100 Menschen kamen auf einer Gegenkundgebung zusammen, um ihren Unmut über die menschenverachtende Propaganda der Piusbrüder kund zu tun. Mobilisiert hatten mehrere Gruppen aus dem linksradikalen und queer-feministischen Spektrum. Die Polizei war mit einigen Hundertschaften vor Ort und beschützte die Piusbrüder.

Nach einer halben Stunde voller Gebete, Schweigeminuten und Gesang setzen sich die rund 70 Gläubigen in einem Polizeispalier in Bewegung. Gegendemonstrant_innen gelang es die ganze Zeit, in die Reihen der Piusbrüder zu sickern und sie mit lauten Pfiffen und Transparenten zu stören und zu foppen. Die Polizei ging mehrmals auf Gegendemonstrant_innen los, schubste und drängte sie an den Rand des Aufmarschs.

Am Ende des Aufmarsches ging das Redner_innenpult der Piusbrüder kaputt, was die Polizei als Anlass nahm, zwei Menschen festzunehmen. Im späteren Verlauf wurde eine weitere Person festgenommen, da sie pöbelte.

Während die Proteste im letzten Jahr aufgrund sehr kurzer Mobilisierungszeit eher mager ausfielen und von teils harter Repression begleitet wurden, gelang es in diesem Jahr erstmals, den Piusbrüdern entschlossen entgegen zu treten. Zwar konnte der Aufmarsch
nicht verhindert, aber massiv gestört werden.