Kurzaufruf zur Demonstration am 23.09.2011 anlässlich des Papstbesuches in Freiburg
Am 24. und 25. September 2011 kommt Joseph Ratzinger, bekannt als Papst Benedikt XVI, nach Freiburg. Wir nehmen dies zum Anlass, unsere grundsätzliche Kritik an Religion, Kirche und den gesellschaftlichen Verhältnissen zu äußern.
Seit Jahrhunderten propagiert die katholische Kirche eine zutiefst reaktionäre wie restriktive Sexualmoral, stigmatisiert alle, die nicht einem konservativen sowie heterosexuellen Familienbild entsprechen, als Sünder_innen, und nimmt Menschen mit dem Verbot von Verhütung und Schwangerschaftsabbruch die Möglichkeit auf ein selbstbestimmtes Leben.
Unter der Führung von Ratzinger kam es zudem zu einem Aufleben des katholischen Antijudaismus, der sich unter anderem in der Wiederaufnahme der Bischöfe der klerikal-faschistischen Piusbruderschaft samt des Holocaustleugners Williamson in die katholische Kirche äußert.
Dass eine solche Ideologie im Rahmen eines Großevents von Zehntausenden abgefeiert, von Presse intensivst beworben, sowie von der Stadt mit Millionen Euro gefördert wird, ist erschreckend, aber nicht weiter verwunderlich.
Antisemitismus, Patriarchat und Obrigkeitshörigkeit sind nicht allein kirchliche Probleme, sondern Alltag auch im Kapitalismus, wie sie sich ganz konkret in konservativer Familienpolitik oder dem restriktiven Abtreibungsgesetz in Deutschland äußern. Religion beinhaltet für ihre Gläubigen ein „himmlisches“ Emanzipationsversprechen von diesem weltlichen Elend. Gleichzeitig ist sie jedoch nichts anderes als der Ausdruck eben jenes Elends und reproduziert – teilweise verschärft – Unmündigkeit und Unterdrückung im kapitalistischen Alltag.
Wir wollen deshalb nicht bei der Kritik der Religion stehenbleiben, sondern alle Verhältnisse, aus denen Herrschaft resultiert, aufheben.
Antisemitismus – Patriarchat – Kapitalismus – WHAT THE FUCK?! Für die befreite Gesellschaft!
Demo | Freitag, 23.09.2011 | 18:30 Uhr | Siegesdenkmal, Freiburg
Achtet auf Ankündigungen:
Abtreibungsgegner_innen treten verstärkt in die Öffentlichkeit. Mit derVeranstaltung soll dies zum Anlass genommen werden, uns eingehend mit der Szene zu beschäftigen, die sich selbst zynisch “Lebensschützer_innen” nennt. Ihre wichtigsten Gruppen, Netzwerke, Publikationen und Aktionen sollen vorgestellt werden. Personelle Überschneidungen mit der extremen Rechten sind bei den “Lebensschützer_innen” nicht selten, völkischer Nationalismus und Antisemitismus in ihrer Agitation kein Zufall. Der Vortrag widmet sich daher den Ideologien der Abtreibungsgegner_innen, ihrem Antifeminismus und ihrer Homophie genauso wie den Geschlechter- und Menschenbilder der (extremen) Rechten überhaupt. Robert Andreasch arbeitet als Journalist über die extreme Rechte in Süddeutschland. Seine Beiträge erscheinen in bekannten Medien wie Bayern 5 Radio oder der Taz und in antifaschistischen Medien wie “Der rechte Rand” oder dem “AIB” gleichermaßen. Lesetipp: Die etwas ältere Broschüre “Vorsicht ‚Lebensschützer‘. Abtreibung in Gefahr?” enthält einen längeren Artikel von Robert Andreasch zur Ideologie der Abtreibungsgegner (“Katholischer Bischof marschiert mit Rechtsterroristen”). Kostenloser download unter Broschüre Vortrag von Robert Andreasch 28.04. – 19.30 Uhr – Rosa Hilfe

