Rechte Piusbruderschaft plant Aufmarsch am 5. April in Freiburg!

Pressemitteilung vom 26. März 2013

Voraussichtlich am Freitag, den 05.04.2013 um 17 Uhr, plant die erzkonservative und rechtsradikale Piusbruderschaft durch die Freiburger Innenstadt zu marschieren.

Die Piusbruderschaft möchte den sogenannten „Gebetszug für das Leben“ abschreiten, um Frauen ihr Recht auf Abtreibung abzusprechen. Zudem betreiben die selbsternannten „Lebensschützer“ der Piusbruderschaft Antisemitismus und Holocaustleugnung, Sexismus und Homophobie. Kurz gesagt, es handelt sich um eine reaktionäre, antiemanzipatorische Gruppierung.

Die Piusbruderschaft lehnt einen religiös neutralen Staat ab, da dieser die „von Gott in die Menschen und in die Gemeinschaft – sei es die Familie und der Staat – hineingelegte Ordnung“ nicht anerkennen würde (Gottesdienstordnung Januar 2010 des Priorats St. Michael). Stattdessen fordern sie – so Franz Schmidberger, Distriktoberer der Piusbruderschaft Deutschland, – einen autoritären Gottesstaat mit „christlicher Gesellschaftsordnung“.

Treffend für die frauenfeindlichen und antiemanzipatorischen Ansichten der Bruderschaft ist folgendes Zitat des Piusbruders Schmidberger:

„Wir brauchen heute Männer, die Männer sein wollen, Frauen die Frauen sind und Frau sein wollen, das heißt Gehilfin des Mannes und Mutter der Kinder”

Anlass des Aufmarsches ist die Arbeit der Beratungsstelle „pro familia”, die über Sexualität, Partnerschaft und Familienplanung aufklärt. Die Piusbrüder ereifern sich besonders darüber, dass „pro familia” über Abtreibungen aufklärt und zur Verhütung rät.

Am Schwangerschaftsabbruch manifestiert sich auf besonders deutliche Weise das patriarchale (männerdominierte) Gesellschaftssystem, in dem wir leben. Dieses versucht immer noch, Frauen ihr Selbstbestimmungsrecht zu entziehen und sie in die gewünschten „frauentypischen” Rollen zu drängen. Hinter dem Versuch, Abtreibung mit Mord gleichzusetzen, steckt der Wunsch, ganz konkret über die Körper und das Leben von Frauen entscheiden zu können.

Wir sind der Meinung, dass jede Person das Recht hat, selbst zu bestimmen, was mit ihrem Körper passiert. Nur eine schwangere Frau kann beschließen, ob sie die Schwangerschaft abbricht oder nicht. Sie allein hat das Recht über ihren Körper und ihr Leben zu entscheiden.

Abtreibung verteufeln und gleichzeitig den Holocaust relativieren? „Leben schützen” und zugleich Massenmord verharmlosen? Ein markantes Beispiel dafür, wie diese scheinbare „Menschenfreundlichkeit” in diesem Widerspruch ihr eigentliches Gesicht zu erkennen gibt.

Wir rufen in diesem Jahr wieder dazu auf, den Piusbrüdern gemeinsam entgegenzutreten und so zu verhindern, dass sie ihre menschenverachtende Ideologie verbreiten können.

In der Vergangenheit haben die Piusbrüder oft spontan ihren Aufmarsch-Termin geändert, um Gegenprotesten aus dem Weg zu gehen. Trotzdem wurde es immer geschafft, spontan Proteste zu organisieren und den Aufmarsch zumindest teilweise zu begleiten und zu stören.

So soll es auch in diesem Jahr wieder sein. Um das zu schaffen, haben wir verschiedene Informationsquellen, über die kurzfristig der #piusalarm, der Infos über Änderungen bezüglich des Aufmarsches mitteilt, erfahrbar ist. Kurzfristig heißt in diesem Fall wirklich kurzfristig, dann heißt es: alles stehen und liegen lassen, Freund_innen bescheid sagen und den Piusbrüdern entgegentreten.

Aktuelle Informationen gibt es unter www.piusentgegentreten.blogsport.de, bei Twitter unter @PiusAlarm bzw. #piusalarm, auf Facebook unter /piusbruedern.entgegentreten und über den SMS-Verteiler (Anmeldung durch SMS mit „Anmelden“ an
0176/97 53 25 05).

Bündnis „Piusbrüdern entgegentreten“, 26.03.2013

Piusbrüder zur Hölle!

Jedes Jahr führt die Piusbruderschaft einen „Gebetszug für das Leben“ in der Freiburger Innenstadt durch, um Frauen ihr Recht auf Abtreibung abzusprechen. Seit 2009 gibt es dagegen Proteste und Störungen von linken und feministischen Gruppen und Einzelpersonen.

Der Aufmarsch der Piusbrüder wird seitdem nicht mehr öffentlich angekündigt, zu groß ist die Angst vor Gegendemonstrant_innen. Trotzdem wurde es immer geschafft, spontan Proteste zu organisieren und den Aufmarsch zumindest teilweise zu begleiten und zu stören.

So soll es auch in diesem Jahr wieder sein. Um das zu schaffen, haben wir verschiedene Informationsquellen, über die ihr kurzfristig den #piusalarm, der Infos über den Ort des Aufmarsches mitteilt, erfahrt. Kurzfristig heißt in diesem Fall wirklich kurzfristig, dann heißt es: alles stehen und liegen lassen, Freund_innen bescheid sagen und den Piusbrüdern entgegentreten.

Den Piusalarm bekommt ihr über:
SMS-Piusalarm: leere SMS an 0176/97 53 25 05 zum anmelden
Twitter: @PiusAlarm bzw. #piusalarm
Facebook: /piusbruedern.entgegentreten

Desweiteren haben wir ein Flugblatt verfasst, das es hier auch als Kopiervorlage zum herunterladen und selbst kopieren gibt und den wir hier dokumentieren:

Piusbrüdern entgegentreten!

Heute plant die erzkonservative und rechtsradikale Piusbruderschaft durch die Freiburger Innenstadt zu marschieren.

Die Piusbruderschaft möchte den sogenannten „Gebetszug für das Leben“ abschreiten, um Frauen ihr Recht auf Abtreibung abzusprechen. Zudem betreiben die selbsternannten „Lebensschützer“ der Piusbruderschaft Antisemitismus und Holocaustleugnung, Sexismus und Homophobie. Kurz gesagt, es handelt sich um einen reaktionären,
antiemanzipatorischen Haufen.

Die Bruderschaft meldet sich regelmäßig in einschlägig rechtsradikalen Medien zu Wort, lobte faschistische Diktatoren, wie Pinochet in Chile und Franco in Spanien, sowie den französischen Nazikollaborateur Pétain.

Die Piusbruderschaft lehnt einen religiös neutralen Staat ab, da dieser die „von Gott in die Menschen und in die Gemeinschaft – sei es die Familie und der Staat – hineingelegte Ordnung“ nicht anerkennen würde (Gottesdienstordnung Januar 2010 des Priorats St. Michael). Stattdessen fordern sie – so Franz Schmidberger, Distriktoberer der Piusbruderschaft Deutschland, – einen autoritären Gottesstaat mit „christlicher Gesellschaftsordnung“.

Auch immer wieder finden sich in den Reihen der Piusbrüder Behauptungen, dass Juden Gottesmörder seien und auch heute noch für den Tod Christi zur Verantwortung zu ziehen wären, das Phantasma einer Verschwörung des „Weltjudentums“, das Wirtschaft und Politik in ihrer Hand hätte reiht sich neben Holocaustleugnungen und -relativierungen ein. Antisemitismus ist Programm!

Treffend für die frauenfeindlichen und antiemanzipatorischen Ansichten der Bruderschaft ist folgendes Zitat des Piusbruders Schmidberger:

„Wir brauchen heute Männer, die Männer sein wollen, Frauen die Frauen sind und Frau sein wollen, das heißt Gehilfin des Mannes und Mutter der Kinder”

Homosexualität gilt bei den Brüdern und bei der katholischen Kirche generell als „Perversion” und Sünde. Die Piusbruderschaft organisiert Gegenproteste zum Christopher Street Day und erklärt:

„Der Umzug und seine Teilnehmer zeigen ein Verhalten, das dem Menschen nicht angemessen ist, eine moralische Umweltverschmutzung.”

Am Schwangerschaftsabbruch manifestiert sich auf besonders deutliche Weise das patriarchale (männerdominierte) Gesellschaftssystem in dem wir leben. Dieses versucht immer noch Frauen ihr Selbstbestimmungsrecht zu entziehen und sie in die gewünschten “frauentypischen” Rollen zu drängen. Hinter dem Versuch Abtreibung mit Mord gleichzusetzen steckt der Wunsch, ganz konkret über die Körper und das Leben von Frauen entscheiden zu können.

Wir sind der Meinung, dass jede Person das Recht hat, selbst zu bestimmen, was mit ihrem Körper passiert. Nur eine schwangere Frau kann beschließen, ob sie die Schwangerschaft abbricht oder nicht. Sie allein hat das Recht über ihren Körper und ihr Leben zu entscheiden.

Abtreibung verteufeln und gleichzeitig den Holocaust relativieren? “Leben schützen” und zugleich Massenmord verharmlosen? Ein markantes Beispiel dafür, wie diese scheinbare Menschenfreundlichkeit in diesem Widerspruch ihr eigentliches Gesicht zu erkennen gibt.

Gegen jeden Antisemitismus und Sexismus!
Gegen selbsternannte “Lebensschützer” und Fundamentalismus!
Für eine emanzipatorische Gesellschaft!
Für das Selbstbestimmungsrecht von Frauen!

Mehr Infos unter:
www.piusentgegentreten.blogsport.de

Piusbrüder-Veranstaltung gestört

Für Sonntag, den 10. März 2013, kündigten die klerikalfaschistische Piusbruderschaft eine öffentliche Filmvorführung im Harmonie-Kino in Freiburg an. Gezeigt werden sollte der Film „Lefebvre – ein Erzbischof im Sturm der Zeit“. Marcel Lefebvre, über dessen Leben und Wirken der Film erzählt, war ein Erzreaktionär, der sich von der offiziellen Lehre der katholischen Kirche abgrenzte, nachdem diese im 2. Vatikanischen Konzil u.a. das Judentum und andere Religionen anerkannte.

Die Piusbruderschaft steht noch heute in dieser antisemitischen und ultra-reaktionären Tradition. Ihre Anhänger_innen vertreten strikt antimoderne Positionen, setzen sich offen für die Errichtung eines autoritären christlichen Gottesstaates ein, hetzen gegen Homosexuelle und bekämpfen jegliches Selbstbestimmungsrecht von Frauen über ihren Körper.

Die Filmvorführung wurde vom Besitzer des Harmonie-Kinos kurzfristig abgesagt. Laut eigener Aussage, weil sie öffentlich von der Piusbruderschaft beworben wurde. Trotzdem tauchten dort einige Anhänger der Piusbrüder auf, die mit Wasser bespritzt wurden und denen ein Stadtplan mit dem Ersatzort entrissen werden konnte. Dort (Raustraße 6, 4. OG) konnte die Eingangstür von Gegendemonstrant_innen blockiert werden, was mit teilweise heftigen Handgreiflichkeiten und Schubsereien seitens der Piusbrüder beantwortet wurde.

Von einer Gegendemonstrant_in wurde ein Redebeitrag verlesen, der eine umfassende Kritik an der erzreaktionären, klerikalfaschistischen Organisation formulierte. Die Piusbrüder reagierten darauf mit schief klingenden Gebetsgesängen. Nach etwa einer dreiviertel Stunde wurde die Blockade, angesichts des größer werdenden Polizeiaufgebots, aufgegeben.

Wir werten die Aktion, auch in Hinblick auf die extrem kurzfristige Mobilisierung von wenigen Stunden, als Erfolg und als guten Schritt nach vorne. Jetzt gilt es, den jährlich im April stattfindenden Anti-Abtreibungs-Aufmarsch der Piusbrüder zu stören oder gar zu verhindern.

Haltet Augen und Ohren offen, checkt für aktuelle Infos: piusentgegentreten.blogsport.de, facebook.com/piusbruedern.entgegentreten & linksunten.indymedia.org

Fotos von der Aktion gibt es hier. Einen Radio-Beitrag von RDL mit vielen O-Ton-Aufnahmen könnt ihr hier anhören.

„Piusbrüdern entgegentreten“, 10. März 2013

Piusbrüdern entgegentreten!

Wie die Badische Zeitung berichtete, findet am Sonntag, den 10. März, eine Filmvorführung der Piusbruderschaft in der Freiburger Harmonie statt. Gezeigt werden soll der Film “Lefebvre – ein Erzbischof im Sturm der Zeit”.

Marcel Lefebvre, über dessen Leben und Wirken der Film erzählt, war ein Erzreaktionär, der sich von der offiziellen Lehre der katholischen Kirche abgrenzte, nachdem diese im 2. Vatikanischen Konzil u.a. das Judentum und andere Religionen anerkannte.

Die Piusbruderschaft steht noch heute in dieser antisemitischen und ultra-reaktionären Tradition. Ihre Anhänger_innen vertreten strikt antimoderne Positionen, setzen sich offen für die Errichtung eines christlichen Gottesstaates ein und bekämpfen jegliches Selbstbestimmungsrecht von Frauen über ihren Körper.

In Freiburg tritt die Piusbruderschaft jährlich nach Ostern mit einem sogenannten “Marsch für das Leben” in die Öffentlichkeit, bei dem wiederholt geschichtsrevisionistische Thesen, z. B. die Gleichsetzung von Abtreibung und Holocaust geäußert wurden. Desweiteren bedrängten Anhänger_innen der Bruderschaft immer wieder Frauen, die sich bei ProFamilia beraten ließen und hetzten gegen Homosexuelle.

Vor diesem Hintergrund sind wir entsetzt, dass das Freiburger Kino Harmonie einer solchen Gruppierung ein Forum für die Verbreitung ihrer Inhalte anbietet. Wir haben uns deshalb dazu entschlossen unseren Protest gegen die Piusbrüder auf die Straße zu tragen und rufen zu einer Kundgebung vor dem Kino Harmonie (Grünwälderstr. 16) auf. Los geht`s um 11:15, seid pünktlich.

Der Ermittlungsausschuss (EA) ist nachher über 0176/97 56 22 69 erreichbar. Die Demo-Sanis erreicht ihr über
0162/153 19 79

Aufruf zur Demo: Antisemitismus – Patriarchat – Kapitalismus – WHAT THE FUCK?!

Kurzaufruf zur Demonstration am 23.09.2011 anlässlich des Papstbesuches in Freiburg

Am 24. und 25. September 2011 kommt Joseph Ratzinger, bekannt als Papst Benedikt XVI, nach Freiburg. Wir nehmen dies zum Anlass, unsere grundsätzliche Kritik an Religion, Kirche und den gesellschaftlichen Verhältnissen zu äußern.

Seit Jahrhunderten propagiert die katholische Kirche eine zutiefst reaktionäre wie restriktive Sexualmoral, stigmatisiert alle, die nicht einem konservativen sowie heterosexuellen Familienbild entsprechen, als Sünder_innen, und nimmt Menschen mit dem Verbot von Verhütung und Schwangerschaftsabbruch die Möglichkeit auf ein selbstbestimmtes Leben.

Unter der Führung von Ratzinger kam es zudem zu einem Aufleben des katholischen Antijudaismus, der sich unter anderem in der Wiederaufnahme der Bischöfe der klerikal-faschistischen Piusbruderschaft samt des Holocaustleugners Williamson in die katholische Kirche äußert.

Dass eine solche Ideologie im Rahmen eines Großevents von Zehntausenden abgefeiert, von Presse intensivst beworben, sowie von der Stadt mit Millionen Euro gefördert wird, ist erschreckend, aber nicht weiter verwunderlich.

Antisemitismus, Patriarchat und Obrigkeitshörigkeit sind nicht allein kirchliche Probleme, sondern Alltag auch im Kapitalismus, wie sie sich ganz konkret in konservativer Familienpolitik oder dem restriktiven Abtreibungsgesetz in Deutschland äußern. Religion beinhaltet für ihre Gläubigen ein „himmlisches“ Emanzipationsversprechen von diesem weltlichen Elend. Gleichzeitig ist sie jedoch nichts anderes als der Ausdruck eben jenes Elends und reproduziert – teilweise verschärft – Unmündigkeit und Unterdrückung im kapitalistischen Alltag.

Wir wollen deshalb nicht bei der Kritik der Religion stehenbleiben, sondern alle Verhältnisse, aus denen Herrschaft resultiert, aufheben.

Antisemitismus – Patriarchat – Kapitalismus – WHAT THE FUCK?! Für die befreite Gesellschaft!

Demo | Freitag, 23.09.2011 | 18:30 Uhr | Siegesdenkmal, Freiburg

Achtet auf Ankündigungen: wtffr.blogsport.eu!